Autor: Lisa

Frankreich/Spanien 2015

Im Juni 2015 ging es endlich los, nach Monaten der Vorbereitung brachen wir zu unserer ersten Motorradreise auf.

 

Doch angefangen hat diese Reise schon im März 2015 als der Sommerurlaub geplant wurde. Ich berichtete von meiner Idee, irgendwann den Motorradführerschein zu machen. Da erinnerte sich András daran, dass er diesen seit er 16 Jahre alt war auch machen wollte. Begeistert von der Tatsache, dass er endlich nach 7 Jahren Ausbildung das Geld hatte, den Führerschein zu machen. Da war der Plan geboren, im Sommer mit dem Motorrad nach Málaga (Spanien) zu fahren.

Zum Glück hatte András schon Zweirad Erfahrung vom früheren Simson Schwalbe fahren. Somit war Schalten und Kuppeln kein Problem und dank professioneller und schneller Ausbildung von Mikis Fahrschule war der Führerschein pünktlich vor der Reise da.

Da András zwar Erfahrung im Individualreisen hatte, aber keiner von uns mit dem Motorrad, wurde das Internet nach diesen Infos durchforstet. Danke an TimetoRide, diese Videos haben uns sehr weiter geholfen, um uns auf unsere erste Reise vorzubereiten.

 

Bevor es dann im Juni los ging, schafften wir es, ein Motorrad zu besorgen, das ins Budget und die damaligen Ansprüche passte: eine Honda Transalp RD10. Wir schafften es sogar, zwei Testfahrten nach Halle und Berlin zu machen.

Und dann ging es endlich los. Den ersten Tag haben wir uns direkt nach der Arbeit gegen 17 Uhr auf den Weg Richtung Frankreich gemacht. Wir haben ca. 320 km hinter uns gelassen, davon den größten Teil auf der Autobahn. Mit kürzeren Pinkelpausen und einer Essens Pause bei Burger King waren wir 5h unterwegs. Es gab kleinere Staus mit zähfließendem Verkehr. Doch wenn ich in diesen Momenten in den Gegenverkehr geschaut habe, konnten wir echt von Glück reden. Denn dort waren die Staus um einiges länger und aus zähfließend wurde stop and go. Der Reiseverkehr Richtung Norden war also nicht zu beneiden.

 

Nachdem wir bei drückender Hitze in Frankfurt losgefahren sind, wurde es auf der Fahrt immer bewölkter und kühler, bis uns in der Nähe von Karlsruhe ein Schauer überkam und wir uns für eine kurze Zeit einen Unterschlupf suchten, um nicht durch Stau und Regen pitschnass zu werden. Als sich das Wetter etwas beruhigte, fuhren wir zurück auf die Autobahn. Doch nur weil der Regen nachließ, wurde es auf der Straße nicht besser. Der Regen legte sich auf der Fahrbahn nieder und sobald ein Fahrzeug drüber fuhr, wirbelte es feine Wassertropfen auf. So war die ganze Autobahn mit einem Wasser Nebel bedeckt, der uns zusätzlich zu den Regentropfen auf die Klamotten viel. Das besserte sich auch nicht als der Regen aufhörte, sondern erst eine ganze Weile später als die Fahrbahn bereits getrocknet war, weil es dort schon länger nicht mehr regnete. Da ich als Sozia einen wunderbaren Blick auf meine Umgebung bei der Fahrt werfen kann, konnte ich einen wunderschönen Regenbogen sehen.

 

Da uns aufgrund des Regens und der kühlen Luft nicht mehr nach Zelten war, entschlossen wir uns, eine andere Unterkunft zu suchen und in den Genuss eines Hotels zu kommen. Nachdem wir in Mulhouse eingefahren sind, kamen wir bald an einem Ibis Hotel vorbei und entschlossen uns dort zu bleiben statt weiter zu suchen, da sich die Hotels preislich wohl kaum unterscheiden würden. Für 65€ die Nacht, gönnten wir uns nun also noch einmal den Luxus, in einem richtigen Bett zu schlafen.

 

In Mulhouse im Trockenen losgefahren, wurde es bald nass auf der Straße Richtung Chambéry. Wir wollten erstmal etwas frühstücken, doch auf der ganzen Fahrt keinen Bäcker oder sonstiges gesehen, das geöffnet hatte, und das an einem Samstag morgen um halb 10. Selbst bei McDonald's wurde noch geputzt. Als wir dann schließlich ein offenes Café fanden, wollten wir erstmal herausfinden, warum alles zu hatte. Und es stellte sich heraus, dass Mariä Himmelfahrt war. Das hatten wir natürlich nicht auf dem Schirm, denn den Feiertag nimmt man Zuhause nicht wahr. So fuhren wir durch immer mal trockene und wieder nasse Gegenden, auch durch schöne Passstraßen in der Schweiz. Hätte es doch durch den Regen nicht alles so trostlos ausgesehen. In der Schweiz machten wir dann auch das erste Mal mit den typisch französischen Toiletten Bekanntschaft: einem Loch im Boden.

Als wir dann schließlich kurz vor Chambéry einen Campingplatz suchten, war es trocken. Also ließen wir uns in Aix les Bains nieder, in einer wunderschönen Kulisse, die leider auch durch das trübe Wetter etwas trostlos aussah.

Am nächsten Morgen unser erstes französisches Frühstück, welches wir seit dem jeden Morgen aßen: Milchbrötchen mit Schokostückchen.

Auch an diesem Morgen war das Wetter nicht besser. Es hat die ganze Nacht durch geregnet. Also sahen wir zu, dass wir so schnell wie möglich weg kamen, der Sonne entgegen zur Côte d'Azur.

Nachdem wir aus dem schlechten Wetter raus waren, wurde die Strecke auch wunderschön. Es ging durch die Berge. Die Strecken waren sehr kurvenreich und machten dadurch umso mehr Spaß. Auch die Landschaft war super. Wir kamen an vielen Flüssen und Bergseen vorbei. Dabei war einer durch seine Türkise Farbe besonders schön.

 

Umso näher wir unserem Ziel Nizza kamen, umso sehnsüchtiger wollte ich einen Blick auf das Meer erhaschen. Und um jeden Berg um den wir fuhren, erwartete ich das Meer dahinter. Das erste Mal sehen konnte man es aber erst ca. 10 km vor Nizza. Der Verkehr in Nizza war grausam. Und einen Campingplatz gab es auch nicht. Also sind wir nochmal ca. 10 km weiter nach Villeneuve-Loubet. Nach ein paar mal Verfahren kamen wir dann auf einem schönen, sehr natürlich wirkenden und sehr Grünen Campingplatz an. Dort verbrachten wir die Nacht.

 

Am nächsten Tag kämpften wir uns durch den dicken Verkehr nach Monaco. Für rund 30 km brauchten wir über eine Stunde. Auf dem Weg gab es viele Aussichtsmöglichkeiten auf die Côte d'Azur. Der Blick war traumhaft. Als wir in eine kleine Parkbucht fahren wollten, um den Ausblick zu genießen, passierte es dann: der Bordstein war etwas höher als erwartet, der Anfahrtswinkel doof gewählt und das Motorrad begann zu kippen. Doch dank meiner langen Beine, die auch vom Sozius den Boden erreichen konnten, konnte ich die Maschine mit stabilisieren und so einen Umfaller verhindern.

In Monaco selbst hielt es uns nicht lang. Ein Mal kurz durch gefahren, kurze Verschnaufpause und den anstrengenden Weg wieder zurück. Monaco ist einerseits beeindruckend aber andererseits auch ziemlich beängstigend. Dicht an dicht quetschen sich die Hochhäuser und lassen kaum Sonnenlicht auf die Straße fallen. Mit diesem erdrückenden Gefühl machten wir uns also auf den Weg weiter an der Côte d'Azur Richtung Saint-Tropez.

 

Auch die Strecke Richtung Saint-Tropez war die Hölle. Der Verkehr war dicht. Wir hatten Glück mit dem Motorrad unterwegs zu sein und nicht mit dem Auto. So passten wir uns dem französischen Verkehr und deren Motorrad und Moped Fahrern an und machten eine dritte Spur auf, die zwischen der eigentlichen Spur und der Gegenspur lag. Wir trauten uns zwar nicht ganz so riskante Manöver wie die Einheimischen, kamen aber doch schneller vom Fleck als die Autos. Trotzdem brauchten wir den ganzen Tag um an unser Ziel kurz hinter Saint-Tropez (Ramatuelle) zu gelangen. Und der Stau hat uns fix und fertig gemacht. Das einzige, was da noch half, war das am Campingplatz liegende Meer. Das erste Mal in diesem Urlaub konnten wir im Meer schwimmen gehen. Und es war herrlich und so befreiend. Die ganze Last der Fahrt viel von uns ab, bei unserem Bad im Meer beim Sonnenuntergang.

 

An diesem Abend schafften wir es dann endlich auch, uns unser Essen selbst zuzubereiten. Wir machten uns Spaghetti mit fertiger Bolognese Soße aus dem Glas mit unserem Allzweckkocher, den wir mit Benzin betreiben. Als ich nach dem Essen den Spüldienst übernahm, staunte ich nicht schlecht, als da ein Frosch im Waschbecken saß. Als ich ein paar Minuten später zum Becken zurück kam, war er genauso schnell wieder verschwunden wie er gekommen war.

 

Nachdem wir am nächsten Morgen unsere Sachen gepackt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. Noch von den letzten Tagen vom Verkehr der Côte d'Azur traumatisiert, entschlossen wir uns trotz Autobahnmaut, auf die Autobahn weitab des Massentourismus zu fahren und viele Kilometer zu absolvieren. So gelangen wir weitaus weiter als zu unserem geplanten Ziel Montpellier. Auf einem Rastplatz erkundigten wir uns, wo wir uns am besten über Nacht niederlassen könnten. Unsere Wahl fiel auf Agde, ein Touristenort am Meer. In der Touristeninfo verwies man uns auf einen Campingplatz nicht weit vom Meer in Le Grau D'Agde. Aufgrund der Strandnähe entschlossen wir uns noch eine Runde schwimmen zu gehen. Doch anders als einen Tag zuvor, war das Wasser hier sehr kalt. Also hielten wir uns noch eine Weile am Strand auf und suchten uns dann ein Restaurant an der Strandpromenade. Spätestens jetzt stellte sich endgültig heraus, dass es hier nur französische Touristen gab. Selbst die Bedienung im Restaurant konnte so gut wie kein englisch.

 Danach ging es erstmal wie geplant nach Carcassonne, eine wunderschöne französische Stadt mit einer super erhaltenen Burganlage samt kompletter Stadt innerhalb der Burgmauern. Auch hier von deutschen Touristen keine Spur, obwohl es an Touristen nur so wimmelte. Und Crêpes für nur einen Euro ^^.

 

Nach unserem anderthalb stündigen Aufenthalt ging es dann weiter, schließlich hatten wir noch einen halben Tag Zeit um weiter zu fahren. Und so ging es nach Andorra. Das Navi schickte uns hinter Carcassonne auf so kleine Straßen, dass wir uns nicht einmal sicher waren, ob diese offiziell befahren werden durften. Irgendwann, nach langer Gurkerei, weil man auf so schmalen Straßen auch die zahlreichen engen Kurven nicht so schnell nehmen konnte, erreichten wir wieder größere Straßen und fuhren tiefer in die Pyrenäen. Umso näher wir Andorra kamen, umso schöner wurde die Landschaft. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, vor allem als wir die Grenze überfuhren. Die Landschaft war atemberaubend. Aber es wurde auch sehr kalt, da wir über 2400m hoch kamen und die Wolken in den Bergen hingen. Wir fuhren teilweise sogar durch die Wolken durch. Doch umso näher man der Hauptstadt Andorra la Vella kam, wurde es wieder wärmer, da man dem Tal entgegen fuhr. In Andorra hatten wir uns in einem kleinen Hostel eingemietet, in dem der Besitzer unten auch seine eigene Biker Bar betrieb. Dort ließen wir uns nach dem Genießen des Blickes aus unserem Zimmer nieder und lernten drei Münchner Männer kennen, die mit ihren Harleys den Weg nach Andorra auf sich genommen hatten.

 

Der nächste Tag führte uns von Andorra wieder an die Küste, doch dieses Mal nach Spanien. Umso weiter wir nach Spanien rein fuhren, umso trister wurde die Gegend. Kaum noch grün wie in Frankreich oder gar Andorra. Es sah alles sehr vertrocknet aus. Also sahen wir zu ans Meer zu kommen, denn in dieser Gegend hielt uns nichts. Und so fuhren wir nach Salou. Es gab keinen bestimmten Grund, was uns hierher führte, außer, dass die Strecke eine super Tagesetappe ergab. Und so ließen wir uns auf einem Camping Ressort nieder, das wir im ADAC Campingführer fanden, was durch seine Strandnähe überzeugte. Wie der Name Ressort schon verrät, gibt es dort alles, von Kinderbetreuung, über Animation, Sportangebote, sogar einen Swimmingpool. Das sah man auch am Preis. Mit fast 90€ für zwei Personen und zwei Nächte kein wirkliches Schnäppchen. Aber im Urlaub soll man sich auch mal etwas gönnen. Wir haben uns also eine eintägige Pause gegönnt und uns jeder einen Sonnenbrand eingefangen. An einem Strand, der völlig überlaufen ist und ein Ort, an dem man fast nur Franzosen und Spanier sieht. Wir freuten uns also, am nächsten Morgen weiter fahren zu können und einen Ort zu suchen, an dem wir uns eventuell etwas wohler fühlen als im Massentourismus.

Doch diese Nacht, gegen drei Uhr, werden wir plötzlich wach. Wir hören Tropfen auf unserem Zelt. András springt auf, um unsere Sachen zu retten, die wir vor dem Zelt zum Trocknen aufgehangen hatten. Der Regen hielt an, bis wir aufgestanden sind. Die kurze erfreuliche Regenpause hielt jedoch nicht lange an. Und so fuhren wir auch bei Regen los Richtung Oliva. Auf dem Weg hörte es zum Glück bald auf mit dem Regen. Kurz vor Oliva wollten wir uns im Supermarkt für den Campingplatz eindecken. So gingen wir erst zu Lidl. Die Produkte dort waren sehr ähnlich denen in Deutschland. Außerdem waren wir auf der Suche nach einem Hammer, da wir uns die Tage davor immer einen leihen mussten, um die Heringe in den staubigen und steinigen Boden zu bekommen. So gingen wir in einen Family Cash. Die Tür rein waren wir überwältigt von den übergroßen Verpackungsinhalten. Vergleichbar mit Metro, nur für die ganze Familie. Und zu günstigen Preisen, die sich Großfamilien nur wünschen können. Und in alldem Krimskrams fanden wir tatsächlich auch einen Hammer, zu einem Hammer Preis: 2€.

 

Der Campingplatz in Oliva war sehr schön und ruhig. Das hätte man gar nicht vermutet als man am einheimischen Straßenstrich vorbei fuhr. Der Campingplatz befand sich etwas abseits von den ganzen Hotels. So hatte man seinen eigenen Strandabschnitt, bei dem kaum was los war. Der Campingplatz wurde nur von einer Düne und dem Strand vom Meer getrennt. Und so entschlossen wir uns, die Gelegenheit zu nutzen, im Meer baden zu gehen. Die Nacht konnten wir ohne Regen durchschlafen.

 

Weiter fuhren wir dann Richtung Granada und suchten uns einen kleinen, anscheinend ruhigen Campingplatz ca. 20km davor aus. Er war etwas abgelegen von der Straße und man hatte einen wunderschönen Ausblick in die Berge. Im Tal unterhalb sah man ein kleines verschlafen aussehendes Dorf. Vor dem Campingplatz gab es ein kleines Restaurant. Als wir gegen 18:30 Uhr dort etwas essen wollten, verwies man uns darauf, in einer Stunde wieder zu kommen, da es vorher kein Essen gäbe. Tja, die spanischen Uhren ticken wohl etwas anders. Als vier Reiter an diesem Restaurant eine Pause einlegten, durfte ich eine kleine Runde reiten, weil ich die Pferde mit großen Augen anschaute. Als wir uns gegen 10 in das Zelt zurückzogen, fing ein kleines Feuerwerk an. Aber immer nur 2-3 Explosionen und dann wieder ein paar Minuten Pause. Schließlich hörte man Musik aus dem Tal. Dabei schliefen wir ein. 4 Uhr nachts wurde ich dann von der ohrenbetäubenden Musik aus dem Tal wach. Auch András wurde wach. Wir konnten kaum schlafen bis die Musik gegen 6:30 Uhr aufhörte. Dann endlich die ersehnte Stille, die wir uns auf diesem Platz so sehr erhofften.

 

Total übermüdet ging es so am nächsten Morgen nach Granada. Eigentlich wollten wir uns das Alhambra angucken. Doch nachdem wir erfahren haben, dass der Palast schon ausverkauft war und wir lediglich den Garten für 7€ pro Person hätten angucken können, uns durch unseren straffen Zeitplan aber nur eine Stunde blieb, entschlossen wir uns, das Geld lieber zu sparen und wann anders sinnvoller einzusetzen. So fuhren wir weiter nach Málaga, wo wir für die nächsten drei Nächte ein Zimmer über airbnb gebucht haben. Wir wohnten bei einem netten jungen Mann namens Pablo in einer 4-Zimmer Wohnung unweit der Stadt. Die Bahn Station quasi direkt vor der Haustür und nicht einmal fünf Minuten Laufzeit zum Shopping Center. Die Altstadt war zu Fuß innerhalb 15-20 Minuten zu erreichen oder mit dem Bus in 10 Minuten.

 

Nach unserer Ankunft suchten wir eine Touristeninfo auf, um einen Stadtplan zu organisieren und meinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, mich in Málaga wieder zurechtzufinden. Denn ich war bereits im Oktober 2014 dort, um meine beste Freundin bei ihrem Auslandssemester zu besuchen. Danach gingen wir noch typisch spanische Tapas essen. Den nächsten Tag verbrachten wir mit faulenzen. Bis auf das Tapas Essen am Abend blieben wir den ganzen Tag in unserer Unterkunft, schliefen viel und ließen uns mit spanischem TV und Filmen berieseln. Dafür machten wir am nächsten Tag dann unser Touristen Programm. Erst ging es hoch zur Alcazaba (eine Festung) und anschließend noch höher hinaus auf die Castillo de Gibralfaro (Ruine einer Burganlage). Nach den zwei Anstiegen bei der Hitze waren wir auf den frühen Nachmittag so geschafft, dass wir nur noch zu Taco Bell (eine kalifornische Fastfood Kette mit mexikanischen Essen) gingen und uns dann in unserem Domizil für die anstrengende Fahrt am nächsten Tag ausruhten.

Den nächsten Morgen ging es ganz früh raus, denn wir wollten von Málaga aus 600km fahren nach Cuenca. Ein kleiner schöner Ort auf der Höhe von Madrid, nur östlicher. Der Weg war lang und abwechslungsreich. Von grauen mit Bäumen bewachsenen Hügeln bis hin zu Felsen aus rotem Stein und roten Flüssen, die den roten Sand mit sich trugen. Und dann wieder verdorrtes Flachland, wo einfach nichts war. Und dann, 20km vor Cuenca wurde es grün, so richtig grün. Das kannten wir aus Spanien so noch gar nicht. Aber kein Wunder, dort erstreckte sich ein Moor. Genug Flüssigkeit für die Pflanzen. Und in Cuenca selbst fuhr man zwischen grün bewachsenen Felsen hindurch. Unser Weg führte uns schließlich zu einem relativ kleinen, naturbelassenen, ruhigen Campingplatz. Er lag halb im Wald. Doch auch so weit weg vom Meer konnten wir uns eine Abkühlung von dem heißen Wetter im Inland genehmigen, denn es war sogar ein kleines Freibad angeschlossen. Und auch in der Nacht konnten wir uns diesmal versichern, auf einem wirklich ruhigen Platz gelandet zu sein.

 

Den nächsten Tag wollten wir es bis kurz vor die Pyrenäen schaffen, um diese den Tag darauf in Ruhe überqueren zu können. Das führte uns zur letzten größeren Stadt der Pyrenäen auf unserer Route: Huesca. Von dort aus konnte man die Ausläufer der Pyrenäen schon sehen. Auch kurz vor den Pyrenäen war es noch sehr warm und schwül. Also gingen wir auch in Huesca im Freibad neben dem Campingplatz Baden, um uns etwas abzukühlen.

 

Dann die Überquerung der Pyrenäen. Wir suchten uns einen Pass aus, der an einem verlassenen Bahnhof vorbei führte. Das Bahnhofsgebäude ist immer noch das größte Europas, obwohl es stillgelegt wurde. Wir guckten uns um. Es war zwar ein Touristen Ort, und dennoch nicht überlaufen. Wir fanden immer wieder Orte auf dem Gelände, an dem kein Mensch weiter war. Übernachtet haben wir in Aire Sur l'Adour. Damit waren wir dann 70 km weiter, als zuvor geplant (Pau).

 

Nach den Bergen wollten wir wieder mal ans Meer. Diesmal den Atlantik sehen. Wenn man schon so dicht dran ist, muss man das auch mitnehmen. So ging es nach Esnandes (bei La Rochelle) direkt an die Atlantik Küste. Nach dem Zelt Aufbauen kam bei mir die Neugier nun endlich den Atlantik zu sehen. Als wir nun so auf ihn zu fuhren (nach 2min Fahrt) wurde uns dann eines klar: wir hatten die Gezeiten der offenen See vergessen. So war also der Weg, der uns zum Meer führen sollte, durch die Flut völlig überschwemmt. Leicht deprimiert ging es also zurück zum Campingplatz, wo wir uns noch etwas an den Enten erfreuten, die in unserer Nachbarschaft lebten.

 

Am nächsten Morgen dann noch einmal zum Atlantik, um mal zu sehen, wie der Wasserstand diesmal war. Nun das genaue Gegenteil: Ebbe. Vom Wasser keine Spur. Am Horizont war der Atlantik zu erahnen. Der Wunsch, im Atlantik schwimmen zu gehen, war somit geplatzt.

 

Und so fuhren wir nach Paris. Dort quartierten wir uns wiederholt über Airbnb in einem Zimmer in einem Vorort von Paris für drei Nächte ein. Nach der ersten Nacht führte uns unser erster Weg in die Innenstadt von Paris. Der erste Höhepunkt: zu Fuß zur zweiten Aussichtsplattform des Eiffelturms. Dann folgte ein 2km Spaziergang im Untergrund von Paris - den Katakomben. Weiter ging es zur berühmtesten Kirche Paris', Notre Dame, bekannt geworden durch den Disney Film "Der Glöckner von Notre Dame". Von dort aus ging es zu Fuß zum Luvre (die Ausstellung ersparten wir uns), durch die Champs Élysée zum Obelisk von Luxor (Place de la Concorde) und weiter über die große und teure Einkaufsstraße Avenue des Champs Élysée zum Triumphbogen, wo wir schließlich in die Metro stiegen und in unsere Unterkunft fuhren.

Wir machten auch noch einen Tagesausflug nach Versailles zum größten Schloss Europas. Ich war überwältigt von den Ausmaßen des Schlosses und vor allem seines Gartens/Park. Sehr viel Gold und Symmetrie schmücken das Gelände. Dass die Franzosen Wert auf ihre eigene Geschichte legen und diese schon an ihre jungen Nachkommen (auch aus dem Ausland) weiter geben wollen, sieht man daran, dass zum Beispiel für das Schloss und Schlossgelände junge Erwachsene bis 26 freien Eintritt hatten (sowie reduzierter Eintritt bis einschließlich 26 in die Katakomben). Abends zurück in Paris gingen wir noch unweit des Triumphbogens französisch Essen und genossen unseren letzten Abend in Paris und auch Frankreich.

 

Die drei Nächte im Bett taten wirklich gut, und so ging es ausgeruht auf die vorletzte Etappe unserer Reise. Das Ziel: Luxemburg (Stadt). Der Weg führte durch Ostfrankreich über Belgien nach Luxemburg. So erreichten wir das 7. Land unserer drei wöchigen Reise (1. Frankreich, 2. Schweiz, 3. Monaco, 4. Andorra, 5. Spanien, 6. Belgien, 7. Luxemburg). Am letzten Tag ging es ein Stück an der Mosel entlang und schlussendlich nach Hause.