Autor: Lisa

Südtirol 2019

Pfingsten 2019 wollten wir nach fast genau zwei Jahren wieder nach Südtirol. Also machten wir uns bereits Mittwoch nach der Arbeit direkt in Richtung Süden los. Um Zeit zu sparen, fuhren wir mit den Motorrädern bereits zur Arbeit hin. Zum Glück hatte mir András zum Geburtstag ein Navi geschenkt, das Garmin Zumo 595 (einen Erfahrungsbericht dazu wird es separat geben), sodass ich den Weg zur Arbeit durch den Frankfurter Großstadt-Dschungel gut meistern konnte. Und mit diesem Navi war ich auch für den Rest der Tour die Weg-Verantwortliche.

 

Am Mittwoch Abend fuhren wir noch bis nach Memmingen, wo uns Nina und Familie herzlich beherbergten. Da am nächsten Tag erst Donnerstag war, und somit alle noch arbeiten mussten, wurden wir nicht wie im Jahr zuvor noch ein Stück von ihnen begleitet. Und so ging es am Donnerstag weiter in die Dolomiten. Da wir für unsere Verhältnisse gut Strecke machen mussten, fuhren wir auf direktem Wege über die Landstraßen. So kamen wir rechtzeitig in unserer Unterkunft, das Mondschein Hotel bei Bozen, an, um uns frisch zu machen und das reichhaltige Abendessen zu genießen. Dieses war genau so üppig, wie in unseren Erinnerungen. Doch das Hotel selbst hatte sich ordentlich verändert. Es ist zur richtigen Wellness Oase geworden, mit Wellness Area, Saunen und Pool. Also genau das richtige, um sich nach einer anstrengenden Motorrad Tour zu erholen. Auch das familiäre Umfeld und das Kennenlernen anderer Motorradbegeisterter tragen dazu bei, sich gut zu entspannen und auf die nächste Ausfahrt vorzubereiten.

 

Und so nutzten wir Freitag und Samstag, um die Pässe der Umgebung zu befahren. Sellajoch, Lavazè, Karerpass, Pordoijoch sind nur einige davon. Manchmal wurde der Spaß etwas betrübt, da meine Ténéré erst nur bei über 4.000 Umdrehungen, und später dann auch bei weniger, immer wieder in Leistungslöcher viel. András war deswegen natürlich ständig in Gedanken, welche Ursache dafür verantwortlich sein könnte. Umso schockierter waren wir, als nach einer Tankpause plötzlich seine Transalp nicht mehr anspring. Da sich auch die Board-Uhr auf 00:00 Uhr zurückgestellt hatte, war die erste Vermutung, eine Sicherung wäre raus gesprungen. Nachdem wir aber am Batteriefach waren, hatte sich herausgestellt, dass sich nur der Minuspol gelockert hatte.

 

Der Tag der Abreise wurde dann erstmal zur Katastrophe. Ich hing die ganze Nacht über der Kloschüssel und an Fahren war am nächsten Tag gar nicht zu denken. András telefonierte alle Bekannten ab und unsere Rettung war Nina mit Familie, die sich mit Anhänger an ihrem freien Tag aufmachte, um uns und die Motorräder zu holen.

 

Die letzte Reiseetappe am nächsten Morgen wollte ich dann noch selbst fahren, nachdem ich mich gut von Toiletten fernhalten konnte. Und ca. eine Stunde bevor wir zu Hause waren, passierte dann doch noch ein Unglück: András sein Hinterreifen verlor abrupt Luft. Knappe 3 km fuhr er es noch bei weniger als 20 km/h auf dem Seitenstreifen bis zur nächsten Ausfahrt, an der direkt ein Parkplatz lag. Der ADAC war gerufen und kam auch innerhalb einer Stunde. Doch wegen Ressourcenmangel konnte das Motorrad nicht abgeschleppt werden. Als ob es ein zahlendes Mitglied interessiert, ob es einen Ressourcenmangel gibt, wenn man doch einfach nur Anspruch auf Abtransport geltend machen möchte... Wir waren einfach nur noch sauer. Zum Glück konnte András dann Schubi erreichen, und wieder wurden die Motorräder auf einen Anhänger geladen und abtransportiert.