Autor: András

Schweden/Südtirol 2017

Schweden

Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga und Blau/Rote Holzhäuser fallen einem zuerst ein, wenn man an Schweden denkt, uns auch!

So machten wir uns 2017  im Juni auf den Weg, das Land der Elche und Seen zu erkunden.

 

Da Vorbuchen nichts für uns ist, war von Anfang an klar, dass wir die Brücke nehmen. Stand 2017 kostet eine Überfahrt 17.40 Euro.

Uns schien es das Flexibelste und trotz 300 km Umweg nicht viel teurer als die Fähren, die von verschiedensten Häfen von Deutschland über Dänemark oder direkt nach Schweden fuhren.

 

Ein paar Zwischenstopps hatten wir vor der Abfahrt schon geplant. Natürlich stand Stockholm auf der Liste. Und aus einen vorhergehenden Schweden Urlaub kannte ich schon ein paar interessante Stellen, die ich Lisa unbedingt zeigen wollte.

Da stand zum Beispiel die Cote d'Azure Schwedens drauf, diese liegt an der Ostküste Rund um die Stadt Kalmar.

Die Stadt Gränna, aus der die traditionellen weiß roten Zuckerstangen kommen und noch heute gut sichtbar für Touristen hergestellt werden.

 

So machten wir uns auf den Weg.

Die erste Übernachtung war kurz vor der Storebealt Brücke.

Wollten wir diese einzigartige Brücke nicht bei Dunkelheit fahren, verbrachten wir die Nacht am Strand davor.

Nach einem tollen Morgen mit Sonnenaufgang am Strand merkten wir, dass Ikea auch sonntags geöffnet hat. So kamen wir auf die Idee, dort zu frühstücken. Dies war die beste Entscheidung, die wir machen sollten.

Sonntags Brunch bei Ikea! Für unschlagbare 4.95 Euro mit der Ikea Familie Karte aus Deutschland.

Salmiak Brot und Lachs, einfach typisch Skandinavien! Und bessere Werbung gibt es ja wohl nicht, als sich durch das komplette Sortiment durchprobieren zu können.

 

Von da an ging es Richtung sogenannte Cote d'Azure Schwedens. Doch von Cote d'Azure Feeling war leider nicht viel spürbar. Es regnete in einer Tour. So bauten wir schnell das Zelt auf und verkrochen uns in diesem!

Am nächsten Tag lernten wir auf dem Campingplatz Julie kennen. Sie war grade dabei, die Ostsee zu umrunden, mit dem Fahrrad!

Dies hatte auch unsere Aufmerksamkeit geweckt, ein Einmannzelt und ein vollgepacktes Fahrrad. Da stecken meistens Abenteuer drin.

So verbrachten wir einen tollen Tag/Abend zusammen und am nächsten Tag trennten sich unsere Wege schon wieder, da sie einen engen Zeitplan hatte und natürlich viel langsamer unterwegs war als wir.

 

Stockholm ist eine tolle Stadt, nur leider regnete es schon seit Anfang der Tour jeden Tag. Auch wenn die Wetterprognose für die nächsten Tage besser war, glaubten wir noch nicht so richtig daran. Doch am 6. Juni, dem Nationalfeiertag Schwedens, klarte das Wetter auf und die Sonne strahlte über Stockholm! Und wir strahlten auch und waren auf dem Weg, wie jeder gute Schwede, in den Skansen, ein großer Freilicht Wildpark mit skandinavischen Tieren und Häusern.

So verbrachten wir einen Tag mit viel Musik, Picknick und vielen gut gelaunten Schweden und nicht Schweden. Danach fühlten wir uns ein wenig wie Annika und Tommy.

 

So schnell wie der wunderschöne Nationalfeiertag vergangen war, so schnell war leider auch das gute Wetter wieder vergangen. Und so fuhren wir im gefühlt minütlichen Wechsel von Regen und Sonnenschein an den Vännern See. Dort war es in diesem Urlaub das erste Mal, dass wir die Mitternachtssonne gut sehen konnten, der "Nacht"-Himmel war klar und so gut wie wolkenlos.

Mitten in der Nacht ohne Taschenlampe rumzulaufen und in die Sonne zu schauen ist jedes mal wieder ein tolles und total surreales Gefühl. Für Lisa war das der erste Kontakt mit dieser tollen Jahreszeit so Hoch im Norden.

Im Jahr 2016 waren wir zwar schon einmal im Sommer in Skandinavien unterwegs, in Finnland sogar noch nördlicher als in Schweden, doch es war viel später im Jahr und so war es diesmal deutlich heller.

 

Unsere Reisepläne sollten uns eigentlich weiter Richtung Lillehammer in Norwegen und nach Oslo führen, doch das Wetter für die nächste Woche sah nur schlimmer aus, mehr Regen und kühlere Temperaturen in der Nacht, einstellig und das im Juni.

Hatten wir da Lust drauf? Nein, nicht wirklich. Trotz das wir mit dem Auto unterwegs waren, hatten wir keine Lust mehr auf nasses Zelt, dass keine Zeit hatte zum Trocknen, und kühle Nächte (damals hatten wir noch nicht die Ausrüstung, die wir heute haben).

So schauten wir auf die Karte, um die Gegend mit der besten Wetterprognose für die kommende Woche zu finden.

Süd Tirol! Oh ja! Und am besten mit den Motorrädern! Gesagt getan! Wir packten zusammen, tippten die Adresse von zu Hause ins Navi ein, 18 Stunden 1620 km, 7 Uhr morgens am folge Tag Ankunft. Das ist machbar. Also fuhren wir los.

7 Uhr Ankunft in Gelnhausen. Das Navi hatte Recht! Auspacken. Naja, eigentlich warfen wir nur alles ins Wohnzimmer und legten uns ein paar Stunden schlafen. Den hatte ich nach 18 Stunden Auto fahren und einem Foto mit obligatorischen Spende an die Stadt Kassel auch dringend nötig.

 

Südtirol

Am nächsten Morgen fuhren wir dann also los, ich auf meiner Transalp und Lisa auf ihrer damals für sie neuen Kawasaki Versys 650.

Nach einem Sturz von Lisa am Stilfser Joch musste zum ersten mal auf einer Tour das Panzer Tape zum Einsatz kommen. Den Blinker hatte es leider kreisrund raus gebrochen, der Rest war einfach nur verkratzt. Zum Glück hatten wir uns für die Vollkasko Versicherung entschieden. Das war eine sehr Sinnvolle Entscheidung! Die Kosten beliefen sich auf über 2000 Euro, und das bei ein Sturz mit ca 4 km/h, krass!

 

Doch nicht entmutigt stieg Lisa nach einer kurzen Pause wieder auf ihre Versys und wir fuhren noch bis zum geplanten Tagesziel im Mondschein Hotel in Oberreggen bei Bozen. Dort haben wir am nächsten Tag eine wunderschöne Tagestour gemacht, bei der es stellenweise so heiß war, dass unsere Motorräder im Asphalt versanken und das nicht nur im übertragenden Sinn. An einem Bergsee sanken die Seitenständer über einen Zentimeter in den Asphalt! So etwas hatten wir noch nie erlebt!

 

Die Heimfahrt ging über die wohl schönste Altstadt Deutschlands, Dinkelsbühl. Eine Stadt, in die wir uns verliebt haben und in die wir jeder Zeit gerne zurück kommen werden.

 

 

So verbrachten wir zwei zusammenhängende Wochen Urlaub so unterschiedlich, wie man sie wohl verbringen kann: eine Woche skandinavische Klarheit und Struktur und eine Woche Wärme und Herzlichkeit in Süd Tirol.